Oestersötebier (Satire)
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Köln, 1. Februar 2016:  Zur Süßwarenmesse ISM dreht sich in Köln alles um Produkte aus der braunen Bohne: Kakao. Damit die Lust auf Süßes auch in Zukunft gestillt werden kann, brauchen Kleinbauern in Westafrika mehr Unterstützung. „Zugang zu Finanzierung, Marktinformationen und Fachwissen sind wichtige Aspekte, um  den Kakaoanbau langfristig zu sichern“, erläuterte Dietmar Stoian, leitender Wissen­schaftler am Institut Bioversity International. Vor zwei Jahren wurde das Fairtrade-Kakaoprogramm eingeführt, um Absätze unter fairen Bedingungen anzukurbeln. Der Beratungsservice von Fairtrade in Westafrika wurde ausgebaut. „Durch das Kakao­programm erreichen wir erstmals relevante Verkaufsmengen auf dem deutschen Markt. Für 2015 rechnen wir mit insgesamt rund 13.000 Tonnen Fairtrade-Kakao, die für Schokoladenwaren eingekauft wurden“, so Dieter Overath, Vorstandsvorsitzen­der von Transfair e.V. Das entspricht gut 70 Prozent mehr als 2014. Langfristige Engagements mit Fairtrade von Händlern und Herstellern, wie das der Confiserie Riegelein, tragen zur positiven Entwicklung bei: Ab Weihnachten 2016  wird der Kakaobedarf aller Produkte der Marke Riegelein auf das Fairtrade-Kakaoprogramm umgestellt sein.

Fairtrade-Süßwaren 2015: Vielfalt durch gesiegelte Produkte und Rohstoffprogramm

Seit 2014 führt das Fairtrade-Kakaoprogramm zu deutlichen Absatzsteigerungen. „Die Partner erfüllen die Ziele für ihren Fairtrade-Rohstoffeinkauf“, so Overath. „Im letzten Jahr wurde von deutschen Partnern über das Kakaoprogramm fast doppelt so viel Fairtrade-Kakao eingekauft als noch 2014.“ Wichtige Partner sind Ferrero, Lidl, Rewe, Mars Deutschland, Kaufland und Riegelein.
Auch am klassischen Produktsiegel halten Partner fest. Insgesamt wurden 2015 rund 9.000 Tonnen Süßwaren mit dem Fairtrade-Siegel verkauft, ein Plus von gut 18 Prozent. Die Vielfalt im Süßwaren­bereich wächst: Erfolgreiche Neuprodukte mit Fairtrade-Siegel sind beispielsweise Nuss-Nougat-Creme von Rapunzel, Schoko­bananen vom österreichischen Hersteller Manner, vegane Schokolade von Vego sowie Cookies, Tafelschokoladen und Heiße Schokolade bei Aldi Nord. 2016 folgt die Firma Schoko Dragee, die vier faire Sorten schokolierte Früchte neu auf den Markt bringt. Erstmalig knacken die Absätze von Fairtrade-Honig die Tausendermarke: Rund 1.300 Tonnen wurden verkauft, ein Plus von 44 Prozent. Fairtrade-Zucker legt um 15 Prozent auf 4.100 Tonnen zu. Auch hier wartet 2016 mit Neuprodukten auf: Rewe stellt Bio-Vollrohr- und Rohrohrzucker auf Fairtrade um.

Fairtrade-Engagement ausbauen – die Confiserie Riegelein zeigt, wie’s geht

„Fairer Handel ist ein Thema der Zukunft, auf das jedes Unternehmen in seinem Kompetenzbereich eine verantwortungsvolle und nachhaltige Lösung finden muss. Es ist unser Anliegen, ökologisch, ökonomisch und sozial verantwortungsvoll hergestellte Produkte anzubieten und so den Gedanken fair gehandelter Waren aktiv zu unterstützen“, betonte Peter Riegelein, geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Confiserie. Bereits seit 2011 bietet Riegelein Fairtrade-Confiserie-Artikel im deutschen Markt an. Bei der Einführung des Kakaoprogramms war das Familienunternehmen unter den ersten Vertragspartnern. Ein Ende Januar 2016 durchgeführtes Audit durch den Zertifizierer Flocert bestätigt: Zwei Drittel der Umstellung sind bereits geschafft. Pünktlich zur Weihnachtssaison 2016 wird der gesamte Kakaobedarf für Riegelein-Produkte auf Fairtrade umgestellt sein.

Fairtrade als Eckpfeiler, um Lieferketten langfristig zu sichern

Ein wichtiger Schritt, dem viele Unternehmen nachfolgen sollten, findet Dietmar Stoian, leitender Wissenschaftler am Institut Bioversity International. Er arbeitet an einer von Fairtrade International beauftragten Baseline Studie im Kakaosektor in Ghana und der Elfenbeinküste, die zur Jahresmitte hin veröffentlicht werden soll und

die Grundlage für eine langfristige Wirkungsanalyse darstellt. „Um die Situation vor Ort nachhaltig zu verbessern, brauchen die Kakaobauern bessere Unterstützung zum Aufbau und zur Führung von Kooperativen, möglichst direkte Lieferbeziehungen zu Abnehmern von Fairtrade-Kakao zur Sicherung der Fairtrade-Prämie, sowie besseren Zugang zu Finanzmitteln und technischer Assistenz.“ Er sieht den fairen Handel als einen wichtigen Eckpfeiler in einem Bündel von Maßnahmen, das benötigt wird: „Fairtrade leistet wichtige Arbeit vor Ort und blickt auf langjährige Expertise in der Arbeit mit Kleinbauern zurück. Fairtrade-Bauern sind in Organisationen zusammengeschlossen und oftmals besser über das Marktgesche­hen informiert.“ Um die Herausforderungen im Kakaosektor zu bewältigen, müssen verschiedene Bereiche zusammenarbeiten, ist Stoian überzeugt: „Ich sehe in engerer Zusammenarbeit zwischen Regierungsbehörden, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, vor allem direkt in den Anbauländern, eine echte Chance.“

Internationale Fairtrade Conference und Fairtrade Awards am 3. März in Berlin

Um verantwortungsvolle Wertschöpfung dreht sich auch die Internationale Fairtrade Conference in Berlin am Donnerstag, 3. März. In der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung diskutieren unter der Überschrift „Nachhaltigkeit in der globalen Lieferkette“ unter anderem Staatssekretär des Umweltministeriums Jochen Flasbarth, Matthias Berninger, Head of Public Policy bei Mars Inc., Achim Lohrie, Direktor Unternehmens­verantwortung der Tchibo GmbH und  Andreas Huber, Geschäftsführer Deutsche Gesellschaft Club of Rome. Im Anschluss werden im Hotel Ellington zum 5. Mal die Internationalen Fairtrade Awards verliehen. Moderiert wird die Veranstaltung von Anke Engelke. www.fairtrade-deutschland.de/ifc

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